20.05.2020
Entdecken

Wie Imker sich gegen das Bie­nen-Ster­ben ver­si­chern kön­nen

Bienen leben gefährlich. Laut Deutschem Imkerbund haben mehr als 22.000 Bienenvölker den vergangenen Winter nicht überlebt. Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen hatten die meisten Verluste zu verzeichnen.

Bundesweit lag die Sterberate bei 16,4 Prozent und damit ähnlich hoch wie im Winter 2018/2019. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland eine Millionen Bienenvölker und etwa 150.000 Imker. Die rund 560 Bienenarten in Deutschland erfüllen wichtige Aufgaben für das gesamte Ökosystem. Ohne Honigbienen und andere fliegende Helfer wie Hummeln, Waldbienen oder Schwebfliegen könnten beispielsweise Obst- und Gemüsepflanzen kaum Früchte tragen. Die Honigbiene gilt als drittwertvollstes Nutztier nach Rind und Schwein.


Der gefährlichste Feind ist die Varroamilbe

Aber nicht nur der Winter macht Bienen zu schaffen. Der größte Feind der Biene ist die Varroamilbe. Laut Imkern stirbt jedes dritte bis vierte Bienenvolk im Jahr an der Varroamilbe. Die Milbe ernährt sich von der nährstoffhaltigen Körperflüssigkeit der Bienen. Sie nisten sich in der Bienenbrut ein und entziehen den jungen Bienen die lebenswichtigen Nährstoffe.


Eine einzige Milbe, die bei der Pollen- oder Nektarsammlung von einer anderen befallenen Biene übertragen wurde, kann in der kurzen Zeit von Mai bis Oktober schon mehr als 700 Neutiere produzieren. Die UNO sieht durch die Varroamilbe die Nahrungsgrundlage der Menschheit in Gefahr und führte deshalb 2018 den Weltbienentag ein.


Diesen Gefahren sind Bienenvölker ausgesetzt

Bienenstöcke sind insbesondere von Schäden durch Diebstahl, Sturm und Frevel bedroht. Je nach Witterungsverhältnissen und Nahrungsangebot kommen Schäden durch Tiere wie beispielsweise durch Spechte oder Waschbären hinzu. 2019 entstand dadurch ein versicherter Schaden von fast 600.000 Euro. 330.000 Euro entfielen allein auf 375 Diebstähle von Bienenstöcken.


Im Jahr 2018 wurden dem Julius-Kühn-Institut, der deutschen Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen, 87 Bienenschadensfälle mit 901 geschädigten Völkern von 92 betroffenen Imkern aus ganz Deutschland gemeldet, bei denen eine Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder nichtlandwirtschaftliche Biozide als Schadensursache vermutet wurde.


Der Anteil möglicher Vergiftungsschäden durch Pflanzenschutzmittel lag bei 23 Prozent. Auch wenn seit Ende 2013 EU-weit einige der Wirkstoffe, die potenziell bienenschädigend sind, in Pflanzenschutzmitteln verboten sind, finden sich immer noch Rückstände an Zier- und Gartenpflanzen.


Wie Imker sich versichern können

Durch eine Mitgliedschaft im Imkerverband genießen Imker über eine Gruppenversicherung des jeweiligen Landesverbandes Versicherungsschutz. Dieser ist dem Deutschen Imkerbund angeschlossen. Der Versicherungsschutz umfasst beispielsweise:


  • Transportversicherung: Versichert sind beispielsweise die Bienenvölker bei einem Umzug (Wanderung) zu einem anderen Standort. Aber auch Imkerprodukte wie Honig oder Met sind auf dem Transport z. B. zu Wochenmärkten versichert.
  • Sachversicherung: Beispielsweise sind Bienenhäuser, Freistände, Bienenvölker oder Futter gegen Schäden u.a. durch Brand, Blitzschlag, Sturm und Hochwasser versichert. Ebenfalls versichert sind Einbruchdiebstahl, Raub und Frevel (wenn Bienen mutwillig vergiftet werden) und Schäden durch Tiere wie Specht und Waschbären.
  • Haftpflichtversicherung: Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf die gesetzliche Haftpflicht. Abgedeckt sind Schäden beispielsweise durch Bienenstiche sowie Vermögensschäden, Risiken der Produkthaftung und Umwelthaftung.


Der Imker bekommt bei einem Schaden die vereinbarten Versicherungsleistungen, wenn den Bienen etwas zustößt oder sie selbst einen Schaden verursachen. Je nach Landesverband ist der Versicherungsbeitrag eine Einheitsprämie oder er richtet sich nach der Anzahl der Bienenvölker (Staffelprämie) des Imkers.


Für Hobbyimker reicht in der Regel eine private Haftpflichtversicherung. Bei den meisten Privathaftpflichtversicherungen ist eine private Bienenhaltung, die als Hobby ausgeführt wird, bereits mitversichert.