21.04.2020
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Absen­ken, stun­den, frei­stel­len: Ver­si­che­rungs­bei­träge in Corona-Krise anpas­sen

In der Pandemie müssen viele Verbraucher erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen. Versicherer bieten unterschiedliche Möglichkeiten an, wie Verbraucher ihren Versicherungsschutz durch die Krise bringen können.

Die Corona-Krise macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar. Wer sich fragen muss, wo er sparen kann, wirft früher oder später einen Blick auf seine laufenden Versicherungsverträge. Normalerweise gilt: Beitrag (des Kunden) gegen Leistung (der Versicherung). Doch nicht nur in der Corona-Krise können Verbraucher vorübergehend die Beiträge aussetzen, ohne ihren Versicherungsschutz zu verlieren.


In diesem Artikel klären wir,

  • was klamme Verbraucher mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung tun können;
  • wie Autofahrer ihre Kfz-Versicherung der neuen Situation anpassen können;
  • und was bei Lebens- und Rentenversicherungen gilt.



Berufsunfähigkeitsversicherung: Stundung der Beiträge möglich

Klar ist: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt zu kündigen, wäre die schlechteste Lösung. Damit verlieren Arbeitnehmer nicht nur den wichtigen Versicherungsschutz. Würden sie nach der Krise einen neuen BU-Vertrag abschließen, dürften sie wahrscheinlich aufgrund des höheren Eintrittsalters auch höhere Beiträge bezahlen als zuvor – ein schlechtes Geschäft.


Zahlreiche Berufsunfähigkeitsversicherer bieten die Möglichkeit an, die Beiträge zu stunden. Dieser Aufschub hat den Vorteil, dass der Versicherungsschutz nicht verloren geht und gleichzeitig die aktuelle finanzielle Belastung reduziert wird. Für welchen Zeitraum eine Stundung möglich ist, ist in den Vertragsbedingungen festgelegt. Üblich sind Zeiträume von bis zu sechs Monaten, in bestimmten Fällen wie etwa in der Elternzeit auch länger.


Anschließend müssen die gestundeten Beiträge nachgezahlt werden. Dabei kann nach Absprache mit dem Versicherer eine Ratenzahlung möglich sein. Werden die gestundeten Beiträge nicht nachgezahlt, verringert sich die Versicherungssumme. Das bedeutet: Die Leistung im Versicherungsfall wird kleiner.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Berufsunfähigkeitsversicherung beitragsfrei zu stellen. In diesem Fall würde der Versicherer die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente  jedoch absenken müssen. Die Rentenhöhe hängt vom Kapital ab, das bis zur Beitragsfreistellung gebildet wurde. Eine Wiederaufnahme der Beitragszahlung ist in der Regel innerhalb von bis zu drei Jahren nach der Beitragsfreistellung möglich. Allerdings kann in diesem Fall eine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich sein.

Wer also in der Corona-Krise die Beiträge für seine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr aufbringen kann, sollte umgehend mit seinem Versicherer Kontakt aufnehmen, um eine für beide Seiten praktikable Lösung zu finden.


Kfz-Versicherung anpassen

Der Kfz-Versicherungsbeitrag kann sich in aller Regel einer geänderten Risikosituation flexibel anpassen. So bieten zahlreiche deutsche Kfz-Versicherer in der Corona-Pandemie ihren Kunden an, die Versicherungsbeiträge nicht nur zu stunden, sondern auch zu senken. Dazu können Kunden den laufenden Vertrag kurzfristig anpassen, etwa indem eine geringere Fahrleistung oder ein höherer Selbstbehalt im Schadenfall vereinbart wird. Einige Versicherer akzeptieren zum Beispiel auch einen Wechsel von der Voll- in die Teilkaskoversicherung oder die unterjährige Kündigung der Kaskoversicherung.




Risikolebensversicherung: Beitragsfreistellung möglich, aber nicht ideal

Eine Beitragsfreistellung ist auch in der Risikolebensversicherung grundsätzlich möglich. Da allerdings kaum Deckungskapital gebildet wird, dürfte die verbleibende beitragsfreie Leistung nur sehr gering sein. Eine Alternative ist die Herabsetzung des Versicherungsbeitrags bei gleichzeitiger Anpassung der Leistung.



Was passiert mit meiner Altersvorsorge?

Lebens- und Rentenversicherer bieten seit je her unterschiedliche Möglichkeiten an, die monatlichen Beiträge für langlaufende Altersvorsorge-Verträge anzupassen bzw. zu reduzieren. Auch in der Corona-Krise können Verbraucher davon Gebrauch machen, unter anderem haben sie diese drei Möglichkeiten:


Versicherungskunden, die in der Krise in Geldnöte geraten, können zudem auf ihre Lebensversicherung ein sogenanntes Policendarlehen aufnehmen. Das ist eine Art Vorschuss auf die zu erwartende Versicherungsleistung. Weitere Optionen, wie sich die finanzielle Belastung reduzieren lässt, haben wir auf dieser Seite zusammengefasst.

Betriebliche Altersversorgung: Wie wirkt sich Corona auf die Betriebsrente aus?

Die Corona-Pandemie zwingt hunderttausende Betriebe in Deutschland zu Kurzarbeit, Beschäftigte bekommen weniger oder gar kein Gehalt mehr. Das führt auch zu Fragen bei der Betriebsrente:



Die ausführlichen Antworten auf diese und weitere Fragen zur betrieblichen Altersversorgung während der Corona-Krise beantworten wir an dieser Stelle.