05.10.2016
Haus & Garten

Haus­rat: Was ist eine Unter­ver­si­che­rung?

Die Grundvoraussetzung, um einen Schaden komplett ersetzt zu bekommen: Die angemessene Versicherungssumme. Wie Verbraucher die richtige Summe ermitteln und eine Unterversicherung vermeiden.

Was bedeutet Unterversicherung?

Versicherungsunternehmen wollen den genauen Wert einer versicherten Sache kennen, um die richtige Versicherungssumme zu vereinbaren. Ist die Versicherungssumme kleiner als der Wert, spricht man von einer Unterversicherung. Im Schadenfall zahlt der Versicherer die vereinbarte Leistung daher nur anteilig aus. Ein Beispiel: Wenn die Versicherungssumme 30 Prozent unter dem Wert der zu versichernden Sache liegt, zahlt der Versicherer 30 Prozent weniger aus.


Bei welchen Policen spielt die Unterversicherungen eine Rolle?

Grundsätzlich sollten Verbraucher bei allen Versicherungen darauf achten, dass sie das, was sie im Schadenfall entschädigt bekommen möchten, auch voll versichern. Besonders wichtig jedoch ist das in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Wer ein paar Euro Beitrag durch eine zu geringe Wertermittlung sparen will, kann das im Schadenfall bitter bereuen.



Welche Folgen hat eine Unterversicherung im Schadensfall?

Der Versicherungsbeitrag richtet sich nach der Versicherungssumme. Wenn die zu gering ist, ist auch der jährliche Beitrag entsprechend zu gering. Die Folge: Ist die Sache nur halb versichert, erhalten Versicherte im Schadenfall auch nur die halbe Leistung.


Wie kann ich eine Unterversicherung vermeiden?

Der Versicherer kann etwa einen Unterversicherungsverzicht anbieten. Diese sorgt dafür, dass der Versicherer im Schadensfall bis zur vereinbarten Höhe des Unterversicherungsverzichts auf eine Prüfung verzichtet. Darüber hinaus können Verbraucher eine Dynamik im Vertrag vereinbaren, da sich die Wiederbeschaffungskosten zum Beispiel von Hausratgegenständen stetig erhöhen.


In der Wohngebäudeversicherung gibt es einen ähnlichen Mechanismus, der in den Verträgen üblicherweise schon verankert ist, die sogenannte Gleitende Neuwertversicherung.


Hausratversicherung: Wie kalkuliere ich die richtige Versicherungssumme?

Es gibt zwei unterschiedliche Modelle, nach denen Versicherungskunden den Wert des Hausrates berechnen können. Nach dem sogenannten Quadratmetermodell muss nicht der Wert jedes Einrichtungsgegenstandes addiert werden, sondern die Versicherungssumme wird pro Quadratmeter kalkuliert. Dazu wird ein bestimmter Pauschalbetrag angesetzt. Dieser kann von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich sein. In der Regel liegt er zwischen 650 und 750 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.


Anders ist es beim Versicherungssummenmodell: Hier werden alle Hausratgegenstände aufgezählt und bewertet, um die exakte Summe zu ermitteln. Das ist aber sehr aufwändig.



Kann ich die Versicherungssumme meiner Hausratversicherung heraufsetzen?

Etwa nach dem Kauf teurer Möbel ist es häufig sinnvoll, seine Hausratversicherung anzupassen und entsprechend die Versicherungssumme zu erhöhen. Eines sollten Versicherte dabei beachten: Sie müssen ihren Hausratversicherer innerhalb einer bestimmten Frist nach der Anschaffung informieren.


Und umgekehrt: Wie kommt es zu einer Überversicherung?

Wenn die Versicherungssumme den tatsächlichen Wert der versicherten Sachen erheblich übersteigt, spricht man von einer Überversicherung. Versicherungskunden zahlen dann höhere Beiträge als eigentlich nötig


Überversicherung kann aber auch durch den Abschluss von derselben Versicherung bei mehreren Gesellschaften zustande kommen. Im Schadensfall bringt den Betroffenen das nur leider nichts. Sie bekommen den Schaden nur einmal bezahlt. Außerdem zahlen sie zu viel Beitrag, den sie nicht zurückbekommen.