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Starkregen: 41 Prozent der Wohngebäude in Deutschland sind unzureichend versichert

Wohnen

Fast jedes zweite Wohngebäude in Deutschland hat keinen vollständigen Schutz gegen Naturgefahren. Nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fehlen bei rund 41 Prozent der Wohngebäude wichtige Absicherungen gegen Starkregen, Überschwemmung und Rückstau. Für Eigentümerinnen und Eigentümer kann diese Lücke im Schadenfall teuer werden.

01.05.2026

Der Grund: Eine klassische Wohngebäudeversicherung schützt in der Regel gegen Schäden durch Sturm und Hagel. Läuft nach Starkregen der Keller voll, drückt Wasser über die Kanalisation zurück ins Haus oder tritt Wasser über Lichtschächte und Türen ein, reicht dieser Schutz meist nicht aus. Dafür ist eine zusätzliche Elementarschadenversicherung nötig.

Starkregen kann jedes Haus treffen

Viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer unterschätzen ihr Risiko, insbesondere wenn ihr Gebäude nicht direkt an einem Fluss, See oder Bach liegt. Doch Starkregen ist kein reines Flussrisiko. Er kann grundsätzlich überall auftreten, auch auf einem Hanggrundstück, in einer dicht bebauten Wohnsiedlung oder mitten in der Stadt.
Fallen innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen, kann die Kanalisation überlastet sein. Dann sucht sich das Wasser andere Wege: durch Kellerfenster, Lichtschächte, Türen, Garageneinfahrten oder über Rückstau aus Abwasserleitungen. Besonders gefährdet sind Keller, Souterrainwohnungen, tiefer liegende Hauseingänge und Tiefgaragen.

So groß ist die Gefahr in Ihrer Region

1,1 Mio. € kostete der teuerste Schaden durch Starkregen oder Hochwasser in Deutschland an einem Einfamilienhaus.

Nur 57% der Gebäude in Deutschland sind gegen Hochwasser versichert

25.512 Starkregen-Ereignisse seit 2001 in Deutschland.

Erinnern Sie sich an Bernd im Jahr 2021? Das war das stärkste Hochwasser-, Starkregen- oder Elementar-Ereignis in Deutschland seit 2002.

Warum Elementarschäden oft besonders teuer sind

Schäden durch Starkregen und Überschwemmung können für Eigentümerinnen und Eigentümer schnell existenzbedrohend werden. Wasser beschädigt nicht nur Böden, Wände und Elektrik. Oft müssen Gebäude später getrocknet, saniert und teilweise entkernt werden. Hinzu kommen zerstörte Heizungsanlagen, Hausrat, Dämmung oder technische Geräte.

2025 lag der durchschnittliche versicherte Elementarschaden bundesweit bei rund 4.700 Euro. Zum Vergleich: Bei Sturm- und Hagelschäden waren es etwa 2.100 Euro. Naturgefahren verursachten 2025 in der Sachversicherung insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro Schaden. Davon entfielen rund eine Milliarde Euro auf Sturm und Hagel sowie rund 400 Millionen Euro auf Elementargefahren.

Langfristig ist die Belastung noch deutlicher: Seit 2002 verursachen Elementarschäden durchschnittlich rund zwei Milliarden Euro pro Jahr.

Was Eigentümer jetzt prüfen sollten

Eigentümerinnen und Eigentümer sollten ihre Wohngebäudeversicherung prüfen. Wichtig ist vor allem die Frage, ob Elementarschäden ausdrücklich eingeschlossen sind. Entscheidend sind dabei Begriffe wie „Elementarschadenversicherung“, „erweiterte Naturgefahren“ oder „Naturgefahrenversicherung“.
Abgesichert sein sollten insbesondere Schäden durch:

  • Starkregen
  • Überschwemmung
  • Rückstau
  • Hochwasser
  • Erdrutsch/ Erdsenkung
  • Schneedruck
  • Lawinen (im Bergland)

Wer unsicher ist, sollte direkt beim Versicherer oder bei der Vermittlerin beziehungsweise dem Vermittler nachfragen. Wichtig ist: Nicht nur die Existenz des Bausteins zählt, sondern auch die vereinbarte Selbstbeteiligung, mögliche Ausschlüsse und technische Anforderungen wie Rückstauklappen.

Wohngebäudeversicherung oder Hausratversicherung: Was ist der Unterschied?

Die Wohngebäudeversicherung schützt das Haus selbst. Dazu gehören zum Beispiel Dach, Wände, Fenster, Türen, fest verbaute Böden, Heizungsanlagen und die Elektroinstallation.

Die Hausratversicherung schützt dagegen bewegliche Gegenstände im Haushalt – etwa Möbel, Kleidung, Elektrogeräte oder Vorräte. Auch Mieterinnen und Mieter sollten deshalb prüfen, ob ihre Hausratversicherung Elementarschäden einschließt. Denn wenn nach Starkregen Wasser in die Wohnung eindringt und Möbel oder Elektrogeräte beschädigt, ist ohne passenden Zusatzschutz oft kein Versicherungsschutz vorhanden.

Fazit

Starkregen ist kein Ausnahmefall mehr. Starkregen kann jedes Gebäude treffen,  unabhängig davon, ob es in der Nähe eines Gewässers liegt. Dass rund 41 Prozent der Wohngebäude in Deutschland noch keinen Elementarschutz haben, zeigt eine erhebliche Versicherungslücke. Eigentümerinnen und Eigentümer sollten deshalb nicht erst nach dem nächsten Unwetter handeln, sondern ihre Police jetzt prüfen.

Wer gegen Sturm und Hagel versichert ist, ist nicht automatisch gegen Starkregen, Überschwemmung und Rückstau geschützt. Genau diese Unterscheidung kann im Schadenfall entscheidend sein.