25.06.2019
Auto & Reise

Hit­ze­scha­den: Wel­che Ver­si­che­rung zahlt für Unfälle durch Blow-ups?

Extreme Hitze wird auch für deutsche Autobahnen zur Belastung. Dann steigt das Unfallrisiko durch sogenannte Blow-ups. Welche Versicherung zahlt, wenn es gekracht hat: Der Überblick.

2018 platzt der Beton sehr früh auf. Bereits Anfang Juni registrieren die Autobahnmeistereien die ersten Hitzeschäden des vergangenen Extremsommers. Südlich von Berlin etwa ist die Fahrbahn der A 10 großflächig aufgeplatzt. Die Ursache dafür: Hitze.



Erste Tempolimits im Sommer 2019

Der Sommer 2019 mit aktuell deutlich über 30 Grad knüpft nahtlos daran an. Sachsen-Anhalt hat wegen der enormen Temperaturen erste Tempolimits auf Autobahnen verhängt. Für die gefährdeten Abschnitte der A9 und der A38 seien die Geschwindigkeitsbegrenzungen eine erste Vorsichtsmaßnahme, so die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt. Aus gutem Grund: Bricht die Fahrbahndecke der Autobahn plötzlich auf, wird es schnell brandgefährlich – für Autofahrer und besonders für Motorradfahrer.



Was tun, wenn ich Hitzeschäden auf der Fahrbahn entdecke?

Wer Hitzeschäden etwa in Form von Blow-ups auf der Autobahn entdeckt, sollte unbedingt die Polizei unter dem Notruf 110 benachrichtigen. Sie kann den betroffenen Abschnitt sperren, so dass nicht noch mehr Auto- und Motorradfahrer gefährdet werden.


Besteht eine Warnung vor Blow-ups, etwa bei längeren Hitzewellen, gilt auf den gefährdeten Strecken häufig Tempo 80. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden in der Regel als kurzfristige Maßnahmen verhängt, um das Unfallrisiko auf den Straßen zu reduzieren.



Versicherungen für Hitzeschäden: Welche Policen leisten?


Unfall durch Blow-up: Welche Kfz-Versicherung zahlt?

Kommt es durch Blow-up zu einem Schaden, zahlt die Vollkaskoversicherung. Sie ersetzt Schäden am eigenen Auto, zum Beispiel auch die Schäden nach einem selbst verursachten Crash. Glasschäden sind über die Teilkaskoversicherung abgedeckt.


Unter Umständen könnte auch die Straßenmeisterei für Schäden durch Blow-ups haften. Dafür müssten der Straßenmeisterei aber Versäumnisse in ihrer Pflicht zur Verkehrssicherung nachgewiesen werden (etwa dass sie keine Warnschilder an der Straße aufgestellt hat). In der Regel liegen hier die Hürden für betroffene Autofahrer sehr hoch. Der Nachweis ist meist mühsam und schwierig. Gleiches gilt für Schäden am Auto, die durch Schlaglöcher entstehen.


Hitzerisse im Fensterglas: Wer zahlt?

Große Hitze kann für Autoscheiben gefährlich werden. Hier zahlen sowohl die Teil- als auch die Vollkaskoversicherung. Anders als Lackschäden, die nur bei Unfällen versichert sind, umfassen die Teil- und die Vollkaskoversicherung den Glasbruch. Dabei kommt es nicht auf die Ursache des Schadens an. Es gilt: Ist das Glas kaputt, leisten die Kaskoversicherungen.


Wenn Autoteile schmelzen: Wer zahlt?

Kommt zwar selten vor, darf in dieser Auflistung jedoch nicht fehlen. Sollten bei hohen Temperaturen Teile des Autos zu schmelzen beginnen, besteht kein Versicherungsschutz. Dies ist kein Unfallschaden und deshalb nicht versichert.


Kreislaufprobleme am Steuer: Wer zahlt nach einem Unfall?

Enorme Temperaturen machen vielen Menschen auch körperlich zu schaffen - im Verkehr kann das riskant werden. Sollte durch Kreislaufprobleme am Steuer ein Unfall passieren, zahlt natürlich die Kfz-Haftpflicht für den Schaden des Unfallgegners. Die Vollkaskoversicherung übernimmt die Schäden am eigenen Auto.