02.06.2020
Beruf & Freizeit

Die 5 wich­tigs­ten Ver­si­che­run­gen für Senio­ren

Rentner brauchen zum Beispiel keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr. Andere Policen können hingegen wichtiger werden. Wie Senioren optimal versichert sind - ein Überblick.

1. Die private Haftpflichtversicherung

Wer anderen einen Schaden zufügt, muss dafür aufkommen - und zwar in unbegrenzter Höhe. Darum ist eine Haftpflichtversicherung in jedem Lebensabschnitt unverzichtbar. Die Versicherung zahlt alle Schäden, die jemand fahrlässig oder sogar grob fahrlässig verursacht, bis zu der im Vertrag vereinbarten Summe.


„Es lohnt sich, regelmäßig zu prüfen, ob es günstigere und bessere Haftpflichtversicherungsverträge gibt“, sagt Simone Weidner von der Stiftung Warentest. Neue Haftpflichtversicherungen seien manchmal günstiger und leistungsstärker als ältere Policen. 


Rentner sollten darauf achten, dass die Haftpflichtversicherung Deliktunfähigkeit beinhaltet. Dann zahlt die Privathaftpflichtversicherung oft auch für Schäden, die durch Demenz verursacht wurden.



2. Die Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung müssen alle haben. Sie zählt zu den sogenannten Pflichtversicherungen. Für Rentner gilt folgende Faustformel: Sie sind im Ruhestand genauso kranken- und pflegeversichert wie im Erwerbsleben. Rentner bezahlen den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent - egal in welcher Krankenversicherung sie sind. In der gesetzlichen Pflegeversicherung liegt der Beitragssatz für Senioren bei 3,05 Prozent. Detailliertere Informationen zur Krankenversicherung in der Rente bietet die Deutsche Rentenversicherung.


Für Rentner in der gesetzlichen Krankenversicherung

Für gesetzlich versicherte Rentner können sich eventuell Zusatzversicherungen lohnen, zum Beispiel für Wahlleistungen im Krankenhaus. Aber Achtung: „Wer bereits Vorerkrankungen hat, erhält möglicherweise keinen Vertrag mehr“, sagt Weidner von der Stiftung Warentest. Und auch hier müssen Rentner mit steigenden Versicherungsbeträgen rechnen.


Was gilt in der privaten Krankenversicherung?

Hier sollten Senioren den Preis im Auge behalten. „Privat Krankenversicherte, die unter stark steigenden Prämien zu leiden haben, können einen Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft in Erwägung ziehen“, sagt Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten (BdV). Rentner können dadurch unter Umständen ihren Beitrag reduzieren.


Vorsicht: Bei leistungsschwachen Tarifen drohen hohe Eigenleistungen für Senioren. Daher sei es bei einem Wechsel der Versicherung vor allem wichtig, einen Tarif mit einem bedarfsgerechten Leistungsniveau zu wählen.



3. Die Auslandsreisekrankenversicherung

Endlich zeitlich unbegrenzt reisen - in der Rente ist das möglich. Für Reisen ist eine Auslandsreisekrankenpolice ratsam. „Die gesetzlichen Krankenkassen tragen die Behandlungskosten im Ausland oft nur zum Teil oder gar nicht“, sagt Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.


Das Risiko am Urlaubsort krank zu werden, steigt mit zunehmendem Alter. Und für einen medizinisch notwendigen oder besser medizinisch sinnvollen Krankenrücktransport in die Heimat, der leicht einen fünfstelligen Betrag kosten kann, kommen die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht auf.


„Wer öfter ins Ausland verreist, schließt am besten eine günstige Jahrespolice ab, Langzeiturlauber eine Langzeitpolice“, sagt Gernt. Die Angebote der Versicherungen zu vergleichen lohnt sich. Manche Versicherer erhöhen den Beitrag bereits ab 50 Jahren. Andere sehen einen Zuschlag erst ab 70 Jahren vor.


4. Die Pflegezusatzversicherung

Immer mehr Menschen müssen gepflegt werden. Das verursacht hohe Kosten, die für ältere Menschen schnell zu einer enormen finanziellen Belastung werden können. Die gesetzlichen Leistungen der Pflegeversicherung reichen selbst bei geringem Bedarf kaum aus, um die Kosten zu decken. Eine private Pflegeversicherung ist daher grundsätzlich sinnvoll.


Man sollte diese Versicherung allerdings so früh wie möglich abschließen, am besten schon in jungen Jahren. Je älter der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss ist, desto mehr zahlt er für den Vertrag. Wichtig ist auch das Leistungsspektrum: „Eine private Pflegezusatzversicherung sollte bereits Leistungen ab Pflegegrad 1 und bei häuslicher Pflege vorsehen“, sagt Böhne.


5. Die private Unfallversicherung

Senioren, die stürzen, kommen nicht immer glimpflich davon. Stürze gehören bei Senioren zu den häufigsten Ursachen für eine Einlieferung ins Krankenhaus. Sollten durch den Unfall Umbaukosten, Anschaffungen oder Pflegeleistungen nötig werden, hilft die Unfallpolice. Darum empfiehlt Böhne: „Die Versicherungssumme sollte den einmaligen Kapitalbedarf abdecken, der durch eine unfallbedingte Invalidität entsteht.“


Die meisten Versicherungen kürzen die Leistung, wenn am Unfall bereits bestehende Gebrechen oder Vorerkrankungen mitgewirkt haben. „Wählen Sie möglichst einen Tarif, der einen umfassenden Verzicht auf dieses Leistungskürzungsrecht vorsieht.“ Außerdem sollte der Vertrag nicht ab einem bestimmten Alter enden.



mit dpa