18.12.2020
Entdecken

Jah­res­wech­sel: Diese 6 Dinge ändern sich für Ver­si­cherte

2021 steht vor der Tür. Wie immer bringt das neue Jahr Veränderungen mit sich. Für die meisten Versicherten gibt es jedoch gute Nachrichten.

Altersvorsorge: Anstieg von Steuerersparnis und Sozialabgabenfreiheit

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wird jedes Jahr an die Einkommensentwicklung angepasst. Ab dem 1. Januar 2021 steigt die BBG auf jährlich 58.050 EUR (monatlich 4.837,50 Euro). Die Versicherungspflichtgrenze liegt dann bei 64.350 Euro jährlich (monatlich 5.362,50 Euro). Bis zur Versicherungspflichtgrenze müssen Beschäftigte gesetzlich krankenversichert sein. Wer über diesen Betrag hinaus verdient, kann sich privat krankenversichern lassen.


Wichtig: Wer privat versichert ist, bleibt das. Auch, wenn diese Person irgendwann unter die Versicherungspflichtgrenze fällt.


Die Erhöhung der BBG hat auch direkten Einfluss auf die betriebliche Altersversorgung. Arbeitnehmer können von ihrem Bruttogehalt per Entgeltumwandlung bis zu acht Prozent der jeweils aktuellen BBG steuerfrei und vier Prozent sozialabgabenfrei zur Investition in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds nutzen.


Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung

Für die gesetzliche Rentenversicherung gelten ab den 1. Januar 2021 neue Einkommensgrenzen. Versicherte in der allgemeinen Rentenversicherung und ihre Arbeitgeber müssen Beiträge bis zu einem Bruttoeinkommen von 7.100 Euro im Monat in den alten und 6.700 Euro in den neuen Bundesländern zahlen. Wer mehr verdient, muss für den Teil seines Bruttogehalts oberhalb dieser Einkommensgrenzen keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen. In der knappschaftlichen Rentenversicherung gilt eine Einkommensgrenze von 8.700 Euro in den alten und 8.250 Euro in den neuen Ländern.


Basis-Rente: Höherer Beitrag ansetzbar

Zum Jahreswechsel wird sich auch in der Basis-Rente („Rürup-Rente“) Einiges verändern. Für 2021 sind 92 Prozent der Einzahlungen steuerlich abzugsfähig, bis zu einer Bemessungsgrenze von 25.787 Euro. Somit erkennt der Fiskus maximal 23.724 Euro der Aufwendungen als Sonderausgaben an. Für Ehegatten verdoppelt sich der Betrag. Zu den Sonderausgaben zählen auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder für ein berufsständisches Versorgungswerk.


Grundrente für Geringverdiener

Der Bundestag hat nun grünes Licht dafür gegeben, dass die Grundrente zum 1. Januar 2021 kommt. Die Grundrente ist ein Rentenaufschlag für Geringverdienende. Anspruch darauf haben alle, die mindestens 33 Jahre Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit aufweisen. Außerdem müssen die an die Rentenkasse einbezahlten Beiträge zwischen 30 und 80 Prozent des aktuellen Durchschnittseinkommens liegen. Im Jahr 2019 waren dies 972 bis 2.593 Euro brutto. Die Grundrente muss nicht beantragt werden, sie wird automatisch von der Rentenversicherung berechnet.


Die gesetzliche Krankenversicherung

Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung steigen die Zusatzbeiträge. Diese Zusatzbeiträge werden von vielen Krankenkassen neben dem allgemeinen Satz von 14,6 Prozent erhoben. Im kommenden Jahr steigt der Beitrag um 0.2 Prozentpunkte auf 1.3 Prozent.

 

Kfz-Versicherung: Neue Typ- und Regionalklassen

Rund 4,6 Millionen Autofahrer profitieren 2021 in der Kfz-Haftpflichtversicherung von besseren Typklassen, für knapp 6,1 Millionen gelten künftig höhere Einstufungen. Große Sprünge sind die Ausnahme, nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten.


Typklassen spiegeln die Schadensbilanz eines Automodells wider. Hier können Autofahrer ihre Typklasse herausfinden. 


In der Regionalklasse können sich im neuen Jahr rund 4,5 Millionen Autofahrer auf eine bessere Einstufung in der Kfz-Haftpflichtversicherung freuen, rund 4,8 Millionen Fahrer werden heraufgestuft.

Die Regionalklassen spiegeln die Schadensbilanzen der einzelnen Zulassungsbezirke wider. Hier können Autofahrer ihre Regionalklasse ermitteln.