23.07.2018
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Wann kann ich meine Ver­si­che­rung kün­di­gen?

Wann Versicherte kündigen können, und in welchen Fällen der Versicherer kündigen darf - ein Überblick.

Dass Verbraucher Versicherungen auch kündigen können, ist wohl jedem bewusst. Doch dieses Recht gilt auch für den Versicherer. Generell gilt: Bei Schaden- und Unfallversicherungen gelten andere Spielregeln als in der Lebensversicherung.


Das gilt bei Schaden- und Unfallversicherungen

Bei Schaden- und Unfallversicherungen können sowohl der Versicherte als auch der Versicherer den Vertrag zum Ende der Laufzeit kündigen. Die meisten Versicherungsverträge laufen nur über ein Jahr, die Höchstlaufzeit ist gesetzlich geregelt: Länger als drei Jahre kann kein Schaden- oder  Unfallversicherungsvertrag laufen. Kündigen jedoch weder Versicherer noch Versicherter den Vertrag, verlängert sich der Vertrag immer wieder um ein weiteres Jahr. Die Kündigungsfrist liegt in der Regel bei drei Monaten vor Ende des Vertrags. Nur in der Kfz-Versicherung gibt es einen kürzere Frist.

Sonderkündigungsrecht bei Schadenfällen

Tritt ein Schaden ein, reguliert der Versicherer den Fall. Doch wenn feststeht, welche Leistung der Versicherte erhält, haben beide Seiten ein Kündigungsrecht: Ist der Versicherte nicht mit der Leistung zufrieden, kann er innerhalb eines Monats den Vertrag kündigen, die Leistung bekommt er trotzdem noch gezahlt. Er kann sogar die Kündigung für einen späteren Zeitpunkt bestimmen. Doch auch der Versicherer hat ein Sonderkündigungsrecht: Auch er kann den Vertrag innerhalb eines Monats nach der Schadenregulierung kündigen. Den Schaden muss er jedoch zu Ende regulieren. Häufig bietet der Versicherer dann trotzdem seinem bisherigen Kunden einen neuen Vertrag zu geänderten Konditionen an.


Sonderkündigungsrecht bei Prämienerhöhungen

Erhöht der Versicherer aufgrund einer im Vertrag vereinbarten Anpassungsklausel die Prämien für das nächste Versicherungsjahr, ohne dass sich die Leistung verändert, haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Dafür müssen sie aber innerhalb eines Monats nach der Mitteilung über die Erhöhung kündigen.



Das gilt bei Lebens- und Rentenversicherungen

In der Lebensversicherung ist die Kündigung durch den Versicherer nicht möglich. Da Lebensversicherungsverträge langlaufende Verträge sind und Kunden geschützt werden sollen, sind solche Kündigungen durch den Versicherer gesetzlich nicht erlaubt.


Versicherte können Verträge jedoch jederzeit immer zum Ende der nächsten Versicherungsperiode kündigen. Die Versicherungsperiode ist in der Regel zwölf Monate lang. Die Kündigung einer Lebens- oder Rentenversicherung sollte jedoch immer die letzte Option sein. Hier gibt es viel bessere Alternativen, wie zum Beispiel eine Beitragsfreistellung oder eine Herabsetzung der Versicherungssumme (>> mehr erfahren). 


Prämienerhöhung nur in Ausnahmefall

Da Lebensversicherungsverträge auf Jahrzehnte geschlossen werden, gibt es hier auch keine Prämienerhöhungen. Diese gibt es nur in einem Ausnahmefall: Hat der Versicherte eine Gesundheitsfrage vor Vertragsbeginn nicht richtig beantwortet, kann der Versicherer die Prämie anpassen. Steigt die Prämie dann um mehr als zehn Prozent, hat der Versicherte ein Sonderkündigungsrecht.


Keine Kündigung während des Leistungsbezugs

Eine Besonderheit gibt es in der Berufsunfähigkeitsversicherung: Ist der Versicherte berufsunfähig und erhält deshalb Leistungen, kann er den Vertrag nicht ordentlich kündigen. Das geht erst wieder, wenn der Versicherte zum Beispiel wieder berufsfähig ist und der Leistungsbezug beendet ist. Der Versicherer kann aber auch dann nicht kündigen. Auch bei Lebensversicherungen gilt: Wer etwa eine Rente bezieht, kann vom Versicherer nicht gekündigt werden.