2025 wurden deutschlandweit rund 214.000 Fahrräder bei der Polizei als gestohlen gemeldet – ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Auch der langfristige Trend weist nach unten. Zum Vergleich: 2005 waren es noch fast 400.000 gestohlene Fahrräder in Deutschland. Berücksichtigt man ferner, dass die Zahl der Fahrräder und E-Bikes allein in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent auf mehr als 90 Millionen gestiegen ist, lässt sich festhalten: Fahrräder werden heutzutage besser geschützt.
Wo die meisten Fahrräder geklaut werden, hängt von der Betrachtungsweise ab. In absoluten Zahlen liegen wenig überraschend Deutschlands Metropolen vorn. Berlin ist mit 23.000 geklauten Fahrrädern auch die Hauptstadt der Fahrraddiebe, gefolgt von Hamburg mit 10.000, Köln mit rund 6.400 und München mit etwa 5.700 Fällen. Nur: Was sagt das schon aus? Wo es mehr Menschen und Fahrräder gibt, kommen logischerweise auch mehr abhanden.
Am häufigsten werden Bikes in Münster geklaut
Aussagekräftiger sind die Fahrraddiebstähle in Relation zur Bevölkerung. Die polizeiliche Kriminalstatistik enthält zur besseren Vergleichbarkeit die sogenannte Häufigkeitszahl – sie bildet die gemeldeten Delikte eines Jahres pro 100.000 Einwohner ab. Und siehe da: Die Großstädte fliegen allesamt aus den Spitzenrängen. Die ersten drei Plätze belegen stattdessen ausnahmslos Unistädte. Münster ist mit fast 1.500 gestohlenen Fahrrädern pro 100.000 Einwohner die Fahrradklau-Hauptstadt 2025. Dahinter folgen Göttingen mit einer Häufigkeitszahl von knapp 1.300 und Freiburg im Breisgau mit gut 1.100 Diebstählen pro 100.000 Einwohner.
Grafik: Hier werden die meisten Bikes geklaut
Wer schon einmal in einer dieser drei Städte war, erkennt am Stadtbild den hohen Stellenwert, den das Fahrrad als Verkehrsmittel für die Einwohner hat. An den Bahnhöfen in Münster, Göttingen oder Freiburg stehen große Parkhäuser eigens für Drahtesel, es gibt gute ausgebaute Radwege und eigene Fahrradstraßen, in Münster gar eine Fahrrad-Promenade, die die Altstadt umkreist. Ohnehin sind Teile der Innenstädte für den Autoverkehr gesperrt.
Nur: Sind die Bewohner nachlässiger im Schutz ihrer Fahrräder? Sicherlich nicht mehr als andernorts. In Münster, Freiburg und Göttingen leben aufgrund der dort ansässigen Universitäten überdurchschnittlich viele junge Menschen, von denen die allermeisten ein Bike besitzen. Die relativ hohe Anzahl an Fahrrädern – bei einer gleichfalls hohen Nutzungsfrequenz – erklärt die gemessen an der Gesamtbevölkerung hohe Diebstahlquote.
Längst nicht alle geklauten Fahrräder oder E-Bikes erscheinen auch in der Schadenstatistik der Versicherer. Den rund 214.000 polizeilich erfassten Fahrraddiebstählen des Jahres 2025 stehen „nur“ 115.000 Diebstahl-Fälle gegenüber, in denen die Versicherer eine Entschädigung zahlten. Das zeigt: Viele Fahrräder sind nicht gegen Diebstahl versichert. Und ja, wohl auch nicht jeder Drahtesel ist es das noch wert. Für hochwertige Rennräder, Pedelecs oder Mountainbikes ist eine spezielle Versicherung jedoch sehr zu empfehlen – gerade sie sind begehrte Diebesgüter (siehe Kasten).
Grafik: Nur gut jedes zweite geklaute Bike ist versichert
Hohe Dunkelziffer an Fahrraddiebstählen
Es taucht aber auch nicht jedes gestohlene Fahrrad in der Polizeistatistik auf, die Dunkelziffer ist weitaus höher. Denn wer keinen Versicherungsschutz hat oder wessen geklautes Fahrrad nicht viel wert war, der schenkt sich in der Regel die Anzeige bei der Polizei. Das Bundeskriminalamt schätzt anhand der von ihm erhobenen SKiD-Studie („Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“), dass lediglich 50 bis 60 Prozent der Fahrraddiebstähle angezeigt werden. Das hieße: 2025 könnten sogar mehr als 400.000 Fahrräder gestohlen worden sein.