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Wohnungseinbruch: Wie groß die Gefahr ist, wie man sich schützt und absichert

Wohnen

Die dunkle Jahreszeit ist Hochsaison für Einbrecher. Doch es gibt Wege, sich zu schützen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche Versicherung nach einem Einbruch zahlt – die wichtigsten Infos zum Einbruchschutz im Überblick.

04.11.2025

Wie viele Wohnungseinbrüche passieren in Deutschland?

Seit dem Ende der Corona-Einschränkungen schlagen Einbrecher wieder etwas häufiger zu. Die Versicherer registrierten 2024 deutschlandweit rund 90.000 Wohnungseinbrüche, genauso viele wie ein Jahr zuvor. 2021 – auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, lag die Zahl der Einbrüche noch bei rund 70.000. 

Von den Werten früherer Jahre sind die aktuellen Einbruchzahlen jedoch weit entfernt. Bessere Sicherheitsvorkehrungen, stärkerer Fahndungsdruck der Polizei und nicht zuletzt der Trend zum Home Office haben den Einbrechern das Handwerk erschwert. Zum Vergleich: 2015 gab es mit 180.000 Wohnungseinbrüchen noch doppelt so viel wie zuletzt. 

Wichtig zu wissen: Die Einbruchzahlen der Versicherer unterscheiden sich von der Kriminalstatistik. Denn nicht jeder Einbruch, der der Polizei gemeldet wird, ist auch versichert. Umgekehrt werden Einbruchsversuche, bei denen es „nur“ zu Schäden an Fenster oder Türen kommt, mitunter gar nicht der Polizei gemeldet.

Grafik: So viele Wohnungseinbrüche gibt es

Wie groß ist der Schaden eines Wohnungseinbruchs?

Der Schaden durch einen Wohnungseinbruch belief sich 2024 auf durchschnittlich 3.800 Euro. Der Wert klettert praktisch jedes Jahr nach oben, da mit der allgemeinen Teuerung auch die Reparaturleistungen immer mehr kosten – für neue Türen oder Fenster sowie die Handwerkerlöhne. Insgesamt übernahmen die Versicherer 2024 Einbruchschäden von rund 350 Millionen Euro.

Wann schlagen Einbrecher am häufigsten zu?

Diebe machen kein großes Aufsehen, sie agieren im Verborgenen und bevorzugen daher die dunkle Jahreszeit. Bei einer vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft beauftragten Umfrage unter 1.300 Einbruchsopfern schälten sich die Wintermonate als klarer Kriminalitätsschwerpunkt heraus (siehe Grafik). Die meisten Einbrüche geschehen demnach im Dezember, die wenigsten im Juli. 

Bezogen auf die Tageszeit schlagen die Diebe bevorzugt dann zu, wenn mutmaßlich niemand zu Hause ist. Zwischen 10 Uhr und 22 Uhr gibt es einen Peak, nachts finden dagegen kaum Einbrüche statt. 

Grafik: Wann Einbrecher am häufigsten zuschlagen

Wie verbessere ich den Einbruchschutz an meinem Haus oder meiner Wohnung?

Wirksamer Einbruchschutz ist zuallererst eine Frage der mechanischen Lösungen – nicht der elektronischen. Wer Einbrüche verhindern möchte, sollte zuerst an den Schwachstellen des Hauses ansetzen: das sind die Eingangs- oder Fenstertüren sowie die normalen Fenster, über die die Einbrecher in Mehr- oder Einfamilienhäuser einsteigen.

Mechanische Sicherungen an Fenster und Türen stehen deshalb an erster Stelle – noch vor Alarmanlagen oder Smart-Home-Lösungen. Durch den Einbau geprüfter einbruchhemmender Fenster und Türen erhält man einen guten Einbruchschutz.

Was zeichnet einbruchhemmende Fenster und Türen aus?

Für den Einbruchschutz von Bauelementen gibt es eine eigene Klassifizierung. Abgeleitet vom englischen Begriff „resistance class“ (RC) wird zwischen den Widerstandsklassen RC1 N bis RC6 unterschieden. Je höher die Zahl, desto größer ist die Widerstandkraft gegen Einbruch, aber auch umso teurer wird es. Für den privaten Bereich sind die Widerstandsklassen RC2 und RC3 empfohlen, die höheren Sicherheitsstufen sind für den gewerblichen Bereich (z.B. Banken) oder zum Schutz von Museen gedacht. 

Einbruchhemmende Bauelemente weisen beispielsweise folgende Merkmale auf: 

  • Fest verklebtes Verbundsicherheitsglas, idealerweise bestehend aus drei Scheiben
  • Durch Stahlplatten verstärkte Türblätter 
  • Fenster mit Pilzkopfverriegelungen, die ein Aufhebeln erschweren
  • Mehrfachverriegelungen an Türen oder Fenstern (fünf statt drei)
  • Abschließbare Fenster- oder Türgriffe 
  • Schließzylinder mit Aufbohrschutz
  • Rollläden mit Hochschiebesicherung.

Wie erkenne ich gute Sicherungstechnik?

Verbraucher sollten beim Kauf auf zertifizierte Technik achten. Qualifizierte Institutionen überprüfen die Qualität einbruchhemmender Bauelemente. Hausbesitzer und Mieter erkennen zertifizierte Sicherheitsfenster und -türen an folgenden Kennzeichen:

Zeichen der Prüfinstitute für einbruchhemmende Fenster und Türen
Diese Institute prüfen den Einbruchschutz von Fenstern, Türen oder Rollläden.

Achtung: Einbruchschutz hat nicht nur etwas mit der Widerstandsfähigkeit der Bauteile zu tun. Auch für die Montage der Fenster und Türen gelten besondere Anforderungen. Daher sollte der Einbau nur von zertifizierten Fachbetrieben vorgenommen werden. Wer einen Fachbetrieb für den Einbau der Sicherungstechnik sucht, wird online bei K-Einbruch fündig.

Wie lässt sich der Einbruchschutz noch nachträglich erhöhen?

Der Einbruchschutz lässt sich auch im Bestand verbessern, ohne Fenster oder Türen komplett auszutauschen. Es sei denn, sie sind in einem so schlechten baulichen oder energetischen Zustand, dass ein Ersatz ohnehin ratsam wäre. 

Für Fenster eignen sich für die Nachrüstung beispielsweise einzelne Pilzkopfverriegelungen, die das Aufhebeln erschweren. Sie sind besonders zu empfehlen, wenn das Fenster nur über eine einfache Rollzapfenverriegelung verfügt. Nachteil: Die Zusatzsicherungen müssen an Fensterrahmen und -flügel verschraubt werden, was nicht immer schön aussieht und – bei Fenstern in Mietwohnungen – vom Vermieter möglicherweise auch nicht erlaubt wird. Unproblematisch ist dagegen die Montage von verschließbaren Fenstergriffen, die teilweise auch über eine Alarmfunktion verfügen.

Als zusätzlicher Einbruchschutz eignen sich für Türen und Fenster gleichermaßen sogenannte Panzerriegel – auch Querriegel genannt. Die Fenster-Panzerriegel werden in der Laibung verbaut, so dass dafür noch nicht einmal das Fenster angebohrt werden muss. Weiterer Vorteil: Der Querriegel ist von außen sichtbar und sorgt damit für eine zusätzliche Abschreckung. Panzerschlösser an den Türen werden dagegen mit dem Element verbunden, die Schließkästen zur Aufnahme des Querriegels werden entweder am Türrahmen oder im Mauerwerk verschraubt. Panzerriegel für Türen sind ebenso mit Alarmfunktion erhältlich.

Was bringen Alarmanlagen, Überwachungskameras oder Smart-Home-Lösungen?

Zusätzlich zu einbruchhemmenden Türen oder Fenstern sind zertifizierte Alarmanlagen, Außenlampen mit Bewegungsmeldern oder Smart-Home-Lösungen sinnvolle Ergänzungen der Sicherungstechnik. Solche elektronischen Systeme tragen dazu bei, potenzielle Täter ab- beziehungsweise aufzuschrecken. Auch das dient dem Einbruchschutz.

Sämtliche Eingänge wie Keller-, Haus- beziehungsweise Wohnungstüren sowie Fenster können beispielsweise mit einem Kontakt (Sensor) und einer angeschlossenen Alarmanlage gesichert werden. Der Kontakt löst einen Alarm aus. Es kann auch eine Meldung beispielsweise auf ein Smartphone geschickt werden, sobald in Abwesenheit eine Tür oder ein Fenster geöffnet wird. Fenster oder Wintergärten lassen sich auch mit Glasbruchmeldern versehen, die bei einem Bruch der Scheibe Alarm auslösen. 

Mit einer Kamera und/oder einem Bewegungsmelder kann das Zuhause zusätzlich überwacht und Einbrecher abgeschreckt werden. Ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung für den Einbruchschutz ist es, wenn Hausbesitzer Außenbereiche beleuchten und Bewegungsmelder installieren. Das raubt potenziellen Dieben die Deckung in der Dunkelheit.

Smart-Home-Lösungen wiederum bieten die Möglichkeit, elektrische Geräte, Lampen oder Jalousien ein- beziehungsweise auszuschalten und täuschen so Anwesenheit vor. Die Geräte lassen sich auf zufällige Zeitspannen programmieren oder sie sind selbstlernend und simulieren die typischen Gewohnheiten der Bewohner auch während deren Abwesenheit. Für die Täter ist so nicht ohne Weiteres zu erkennen, ob jemand zu Hause ist oder nicht – eine zusätzliche Sicherung.

Weitere Informationen rund um die Auswahl der richtigen Alarmanlage bietet die Initiative K-Einbruch

Können auch Mieter ihre Wohnung mit Sicherungstechnik ausrüsten?

Ja, auch Mieter können in ihren Schutz vor Einbrüchen investieren und ihr Zuhause schützen. Sie können etwa ihre Wohnung mit besseren Schließzylindern oder Querriegelschlössern nachrüsten. Voraussetzung dafür ist allerdings das Einverständnis des Vermieters. Tipp: Vor möglichen Umbauten bzw. Nachrüstungen sollten sich Mieter unbedingt mit ihrem Vermieter in Verbindung setzen.

8 Tipps für mehr Sicherheit: Das richtige Verhalten, um Einbrüche zu verhindern

  • Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren, auch wenn Sie nur kurz weg sind.
  • Gekippte Fenster sind für Einbrecher offene Fenster.
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben, wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus.
  • Schließen Sie Ihre Wohnungstür auch bei kurzer Abwesenheit doppelt ab.
  • Keine Schlüssel draußen deponieren - Einbrecher kennen jedes Versteck.
  • Rollläden sollten nach Möglichkeit nicht tagsüber geschlossen werden. Das signalisiert den Einbrechern, dass sie abwesend sind.
  • Lassen Sie bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel nicht innen stecken.
  • Öffnen Sie auf Klingeln nicht bedenkenlos, sondern zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen. Nutzen Sie Türspion und Sperrbügel (Türspaltsperre).

Wie sind Wohnungseinbrüche versichert?

Die Schäden eines Einbruchs – inklusive der Vandalismusschäden – übernimmt die Hausratversicherung. Die Hausratversicherung entschädigt den Wiederbeschaffungspreis für gestohlenes oder zerstörtes Inventar, die Reparaturkosten für beschädigtes Inventar und unter Umständen eine Wertminderung bei beschädigten, aber noch uneingeschränkt nutzbaren Gegenständen. Zum Hausrat zählen alle beweglichen Gegenstände, beispielsweise Möbel, Sport- und Fitnessgeräte, Computer, Fernseher oder auch Kleidung. Für Wertgegenstände wie Schmuck oder Antiquitäten gelten je nach Vertrag bestimmte Entschädigungsgrenzen. 

Sind auch Einbruchschäden am Haus versichert? 

Die Hausratversicherung übernimmt bei Einfamilienhäusern auch die Kosten für Gebäudeschäden, die durch Einbruchdiebstahl, Raub oder den Versuch einer solchen Tat entstanden sind. Häufig werden dabei Fenster oder Türen beschädigt, die im Anschluss repariert oder gar ersetzt werden müssen. Und das kann sehr teuer werden.  

Sonderfall: Mehrfamilienhäuser 

Bei Zwei- oder Mehrfamilienhäusern ist die Situation etwas anders. Gebäudeschäden infolge eines Einbruchdiebstahls übernimmt die Hausratversicherung immer, wenn diese im „Bereich der Wohnung“ liegen. Heißt konkret: Beschädigt der Dieb die Wohnungseingangstür oder Fenster, die zur Wohnung gehören, leistet die Hausratversicherung. Bei einer aufgebrochenen Haustür oder einem ausgehebelten Kellerfenster, über das sich der Täter zuvor Zugang zum Mehrfamilienhaus verschafft hat, jedoch nicht. 

Deswegen sollten Hauseigentümer oder Eigentümergemeinschaften darüber nachdenken, den Deckungsumfang ihrer Gebäudeversicherung zu erweitern. Es gibt auch Wohngebäudeversicherungen, die „Gebäudebeschädigungen durch unbefugte Dritte“ einschließen. Denn nicht nur wegen möglicher Schäden an Haus- oder Kellertür laufen Vermieter ansonsten Gefahr, nach einem (versuchten) Einbruch auf Reparaturkosten sitzen zu bleiben. Gleiches droht bei beschädigten Wohnungseingangstüren oder -fenstern, wenn der Mieter keine Hausratversicherung hat. Denn die ist freiwillig und keine Pflicht.  

Für den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung und die Beseitigung von Mängeln ist in der Regel der Eigentümer verantwortlich. 

Was muss ich nach einem Einbruch tun? 

Nach einem Einbruchdiebstahl müssen Geschädigte ein Verzeichnis mit allen gestohlenen Gegenständen anfertigen, eine sogenannte Stehlgutliste. Diese bekommt sowohl der Versicherer als auch die Polizei, die sie für ihre Ermittlungen benötigt. Ohnehin ist nach einem Einbruchdiebstahl eine Anzeige bei der Polizei erforderlich. Unterlässt das der Versicherte, handelt es sich um eine sogenannte Obliegenheitsverletzung. Der Versicherer ist dann berechtigt, Leistungen ganz oder teilweise zu kürzen. 

Auf der Stehlgutliste sollten alle entwendeten Gegenstände beschrieben werden – und zwar so detailliert wie möglich, d.h. Hersteller, Modellnummer, Baujahr und Kaufpreis. Es ist für eine schnelle Schadenregulierung hilfreich, wenn die Geschädigten den Kaufpreis belegen können. Daher ist es immer ratsam, Kaufbelege oder Rechnungen von teuren Einrichtungsgegenständen oder Elektrogeräten aufzubewahren.  

Kann die Versicherung bei einem Einbruch Leistungen kürzen, wenn Türen oder Fenster nicht richtig abgeschlossen waren? 

Versicherer können Leistungen kürzen, wenn ein Schaden durch grob fahrlässiges Verhalten entstanden ist. Bei einem Einbruchdiebstahl kann das beispielsweise das Fenster sein, das angekippt war. Oder die Tür, die nur zugezogen war. Oder auch ein Schlüssel, der im Garten versteckt war. Der Grad der Mitschuld hängt jedoch stets von den genauen Umständen ab. Wie lange war man abwesend? Zu welcher Uhrzeit? Und befand sich noch jemand im Haus? 

Doch nicht in jedem Fall kommt es zu einer Anrechnung der eigenen Mitschuld. Im Vertrag kann auch der sogenannte Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit vereinbart sein. Das bedeutet, dass der Hausratversicherer die Kosten für Einbruchschäden trägt – unabhängig eines Mitverschuldens des Versicherten. 

Nicht verschlossene Haustüren in Mehrfamilienhäusern stellen im Übrigen kein fahrlässiges Verhalten dar. Entscheidend für den Versicherungsschutz ist die Tür zur Wohnung. Wer die Tür richtig abgeschlossen hat, muss keine Leistungskürzungen befürchten.