Ein Sturz vom Klettergerüst, ein Fahrradunfall auf dem Heimweg, ein Moment der Unachtsamkeit am Wasser: Kinderunfälle passieren dort, wo Familien leben. Nicht im Ausnahmezustand, sondern im Alltag. Der neue Kinderunfall-Check vom Verbraucherportal DIE VERSiCHERER hilft Eltern dabei, typische Risikosituationen ihres Kindes besser einzuordnen und gibt praxisnahe Handlungsempfehlungen.
Der Bedarf ist groß. In Deutschland müssen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr rund 1,9 Millionen Kinder unter 15 Jahren nach einer Unfallverletzung ärztlich versorgt werden. Verletzungen zählen bei 1- bis 17-Jährigen zu den häufigsten Gründen für Krankenhausaufnahmen. Die häufigsten Unfallorte waren Zuhause, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie Spielplatz- und Sporteinrichtungen.
Der Check führt Eltern durch typische Alltagssituationen: Ist das Kind häufig allein unterwegs? Wo verlasse ich mich vielleicht zu sehr auf ein Bauchgefühl? Gibt es Sportarten, Hobbys oder Freizeitaktivitäten mit erhöhtem Verletzungsrisiko? Am Ende stehen konkrete Empfehlungen: Welche Situationen sollten Eltern bewusster im Blick behalten? Was können sie selbst tun, ohne gleich Geld auszugeben?
Der Kinderunfall-Check lässt sich in 2 bis 3 Minuten durchklicken unter:
Drei Dinge, die Eltern aus dem Check mitnehmen können
- Risiko ist nicht gleich Gefahr. Ein Kind, das allein zur Schule geht, lebt nicht automatisch gefährlich, aber es braucht andere Schutz- und Übungsroutinen als ein Kind, das immer begleitet wird.
- Freizeit ist der große blinde Fleck. Gesetzlicher Schutz besteht vor allem im Zusammenhang mit Kita, Hort, Schule und den dazugehörigen Wegen. Private Aktivitäten müssen gesondert versichert werden.
- Risikoschutz geht immer Hand in Hand mit Vorsorge. Der wichtigste Schritt ist, den eigenen Alltag ehrlich anzuschauen: Wasser, Verkehr, Sport, Klettern, Toben, Alleinwege, genau dort entscheidet sich, was Eltern wissen, üben und absichern sollten.
Wie sind Kinder in der Freizeit versichert?
Viele Eltern überschätzen den gesetzlichen Schutz. Kinder sind zwar in Kita, Schule, Universität und auf den damit verbundenen Wegen gesetzlich unfallversichert. Für private Freizeitaktivitäten gilt dieser Schutz jedoch nicht. Besonders dort, wo Kinder viel erleben – beim Spielen, Sport, Toben, Radfahren oder am Wasser –, können also Lücken entstehen.
Eine private Kinderunfallversicherung kann die Folgen eines schweren Unfalls finanziell abfedern. Sie leistet typischerweise, wenn ein Kind nach einem Unfall dauerhaft körperlich oder geistig beeinträchtigt bleibt; je nach Vertrag können etwa Invaliditätsleistungen, Unfallrenten oder Übergangsleistungen vereinbart sein. Mit solchen Leistungen lassen sich zum Beispiel ein behindertengerechter Umbau der Wohnung, zusätzliche Betreuung oder besondere Ausbildungskosten finanzieren.
Die private Unfallversicherung schützt heute rund 24,5 Millionen Menschen in Deutschland, das entspricht etwa 40 Prozent der Bevölkerung. Darunter auch rund 3,1 Millionen Kinder bis 14 Jahren.