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Stromausfall: So wappnen Sie sich für einen Blackout

Wohnen

Stromausfälle sind in Deutschland alltäglich. Die meisten dauern nur kurz, manche aber auch mehrere Stunden oder Tage. Und für diese Fälle sollte jeder Vorkehrungen treffen. Dafür braucht es gar nicht viel.

06.01.2026

Ein lang andauernder, flächendeckender Stromausfall zählt zu den Katastrophen, die in modernen Gesellschaften gravierende Folgen haben. Irgendwann würde Chaos ausbrechen. Ohne Strom keine funktionierenden Ampeln, Tankstellen könnten kein Benzin mehr ausgeben, Supermärkte blieben geschlossen, kein Flugzeug würde mehr abheben. Das Fatale: Ist der Strom weg, fallen oft auch andere kritische Infrastrukturen aus wie das Gas-, Wasser-, Schienen- oder Mobilfunknetz aus – wie der Blackout in Spanien und Portugal im April 2025 zeigte.

Aus dem Grund mahnen Zivilschutz-Experten immer wieder, sich auch auf das eigentlich unvorstellbare Szenario vorzubereiten. Der Appell richtet sich nicht nur an den Staat, die Gemeinden oder die Betreiber kritischer Infrastrukturen. Er ist auch an Privatpersonen gerichtet. Denn im Katastrophenfall ist jede und jeder zunächst selbst für sich verantwortlich.

Wie oft kommt es zu Stromausfällen?

Ein Blackout – das heißt eine großflächige, über mehrere Minuten, Stunden oder gar Tage andauernde Störung – beschreibt die extremste Form eines Stromausfalls und ist glücklicherweise in Deutschland sehr selten. Stromausfälle sind jedoch alltäglich, mehrmals am Tag gibt es hierzulande irgendwo Störungen. Die Bundesnetzagentur führt eine Statistik, die alle von den Netzbetreibern gemeldeten Stromausfälle erfasst, die länger als drei Minuten dauern. 2024 waren es demnach bundesweit rund 165.000 Störungen. 

Grafik: So lange ist der Strom durchschnittlich weg

In den meisten Fällen sind die Unterbrechungen nur kurz und regional begrenzt. Im Durchschnitt war die Stromversorgung eines Haushalts 2024 für knapp zwölf Minuten unterbrochen. Damit zählt Deutschland in puncto Versorgungssicherheit zu den Spitzenreitern. 

Die Durchschnittswerte können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Betroffene mitunter mehrere Stunden ohne Strom dastehen – was insbesondere für Gewerbetreibende oder Firmen gravierenden Folgen haben kann. 

Best Prepper: Mit diesem Notfall-Set überstehen Sie einen Blackout

Wer sich für einen längeren Stromausfall wappnen will, braucht gar nicht viel. Die wichtigsten Utensilien passen zusammen in eine Umzugskiste. Und auch die Kosten sind überschaubar.

1. Taschenlampen und LED-Leuchten

Netzstromunabhängige Lichtquellen sind bei einem Blackout unverzichtbar, um nicht im Dunkeln sitzen zu müssen und sich in der Wohnung orientieren zu können. Zumal, wenn sich der Stromausfall in der dunklen Jahreszeit ereignet. Um auch während eines Stromausfalls Licht in der Wohnung zu haben, sollte jede und jeder eine Taschenlampe vorhalten.

Ideal sind ebenfalls LED-Leuchten, die mit Batterien betrieben werden können. Im Unterschied zur Taschenlampe leuchten sie den Raum gleichmäßig aus. Für jedes Zimmer sollte im Idealfall mindestens eine Lampe vorhanden sein, die auch nicht zwingend erst für den Notfall aufgestellt werden muss. Als Stehlampe geben sie ein nettes Wohn-Accessoire ab. Wichtig: Halten Sie für alle Leuchten und Taschenlampen entsprechend ausreichend Batterien vor.

Kerzen sind als Ersatzlicht allenfalls eine Notlösung. Ihr Licht reicht nicht an das der Lampen heranreicht. Außerdem besteht bei Kerzen eine höhere Brandgefahr, sie sollten nicht unbeaufsichtigt abbrennen. 

Für den Außenbereich können auch Gaslampen genutzt werden, die mit Kartuschen versehen sind. 

2. Powerbank

Ob Smartphone oder Tablet: Ohne die technischen Geräte stehen wir Menschen heutzutage ziemlich hilflos da. Keine Anrufe (sofern das Netz überhaupt funktioniert), keine aktuellen Informationen, nach denen die Menschen gerade im Havariefall suchen. Um Handys, Tablets oder auch LED-Lampen während eines längeren Stromausfalls aufladen zu können, sollte man mindestens eine aufgeladene Powerbank im Haushalt haben. Sie ist ohnehin kein ausschließliches Notfalltool. Auch auf Reisen können die mobilen Ladegeräte extrem nützlich sein.

Die Ladestation sollte eine ausreichend hohe Kapazität haben. Diese wird in Milliamperestunden (mAh) angegeben. Eine Ladeleistung von 10.000 mAh ist das Minimum, besser noch sind 30.000 oder 50.000 mAh. Anhand der Akkuleistung ihres Mobiltelefons können Sie abschätzen, wie viele Geräte beziehungsweise wie oft sie ein Gerät mit einer voll aufgeladenen Powerbank laden können. Ausdauernde Handys haben zum Beispiel eine Akkuleistung von ungefähr 4.500 mAh, mit einer 30.000 mAh starken Powerbank kommen Sie auf sechs Ladezyklen. 

Mit einer Powerbank können Sie unter bestimmten Voraussetzungen auch einen Laptop laden. Für diesen Zweck muss die Powerbank über den Power Delivery (PD)-Ladestandard verfügen. Dieser erlaubt über den USB-C-Stecker Ladeleistungen von 45 oder 60 Watt, die für die meisten Notebooks oder Ultrabooks mindestens nötig sind. Gleichzeitig muss aber auch das Notebook das Laden via USB-C unterstützen.

Achtung: Wie alle Lithium-Akkus entlädt sich eine Powerbank von selbst. Sie verliert bei Nichtnutzung etwa zwei bis fünf Prozent ihres Ladevolumens pro Monat. Aus dem Grund sollte das Gerät nicht monatelang unbenutzt in der Schublade liegen, sondern von Zeit zu Zeit aufgeladen werden. Nicht nur, um im Ernstfall über die Energiereserve zu verfügen. Sondern auch, um eine Tiefenentladung zu vermeiden, die den Akku irreparabel beschädigen könnte.

3. Kurbelradio

Das Internet ist heutzutage für die meisten Menschen die Hauptinformationsquelle, bei einem Stromausfall ist es jedoch oft nicht verfügbar, wenn sowohl der Router daheim nicht funktioniert als auch die mobilen Sendemasten ausgefallen sind. Als unverzichtbaren Bestandteil der Notfallvorsorge empfiehlt daher das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für jeden Haushalt mindestens ein Kurbelradio. 

Das Funktionsprinzip ist so alt wie robust: Eine Handkurbel treibt einen Dynamo an, der wiederum einen intern verbauten Akku auflädt. Theoretisch lässt sich so unbegrenzt lange Radio hören. Aber nicht nur das: Viele Kurbelradios verfügen über nützliche Zusatzfunktionen wie eine verbaute Lampe oder Buchsen zum Laden von kleineren Elektrogeräten wie Handys. Das macht die Geräte zu Alleskönnern – weswegen sie auch als Notfallradios bezeichnet werden.

4. Campingkocher 

Kommt es zu einem Stromausfall, ist der elektrische Herd ebenfalls funktionsuntüchtig. Als Notlösung bieten sich Campingkocher an. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Bei der einfachen Variante wird eine Stechgaskartusche in einen Kochaufsatz geschraubt, größere Geräte haben ein Doppelkochfeld und lassen sich auch mit größeren Gaskartuschen oder -flaschen anschließen. Mit einem Campingkocher lässt sich ein einfaches warmes Essen zubereiten oder einfach nur Wasser aufkochen. 

Wichtig: Um eine Gasvergiftung zu vermeiden, sollten Campingkocher im Freien genutzt werden, beispielsweise im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse. Falls Sie das Gerät doch in der Wohnung nutzen, achten Sie auf eine ausreichende Belüftung des Raumes. Reißen Sie das Fenster am besten weit auf.

5. Essensvorräte

Um sich für einen längeren großflächigen Stromausfall zu wappnen, bei dem auch die regionale Nahrungsmittelversorgung einschränkt ist, sollte jede und jeder auch ein paar Essensvorräte anlegen. Am besten geeignet ist Fertigessen aus Konserven. Die Gerichte sind lange haltbar, bereits vorgekocht und können – kalt oder auf einem Campingkocher erhitzt – direkt aus der Dose gegessen werden. Darüber hinaus ist es ratsam, immer einen gewissen Bestand an haltbaren Lebensmitteln wie Reis, Nudeln oder Hülsenfrüchte im Haus zu haben. 

Tipp: Achten Sie in regelmäßigen Abständen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Läuft es bald ab, sollten Sie die Nahrungsmittel verbrauchen und neue Reserven nachkaufen.

Es gibt zudem sogenannte Einpersonenpackungen (EPAs) im Handel, die eigentlich für den militärischen Einsatz gedacht sind. Die Pakete enthalten eine Tagesration – bestehend aus sehr lange haltbaren Lebensmitteln (> 10 Jahre). Mit dem integrierten Heizbeutelsystem lassen sich einige Mahlzeiten sogar problemlos aufwärmen – ohne zusätzliche Wärmequelle. Allerdings sind die EPAs relativ teuer.

Überzeugte Prepper sorgen selbst für den Fall vor, dass die Wasserversorgung zusammenbricht. Mit Reinigungstabletten lässt sich selbst stark verunreinigtes Wasser aus Pfützen oder Seen aufbereiten.

Achtung bei alternativen Heizmethoden

Auch wenn gleichzeitig mit der Strom- die Wärmeversorgung zusammenbricht: Verzichten Sie auf riskante Experimente mit alternativen Heizmethoden. Kerzenlicht taugt nicht als dauerhafter Ersatz für eine Raumheizung. Auch sogenannte Teelichtöfen sind ungeeignet. Bei den Konstruktionen besteht die Gefahr eines Hitzestaus, bei dem der ganze Ofen in Brand geraten kann. 

Gasbetriebene Heizstrahler, die in manchen Internetshops ebenfalls als Alternative angeboten werden, haben in geschlossenen Räumen generell nichts zu suchen. Neben dem erhöhten Brandrisiko können in geschlossenen Räumen giftige Verbrennungsgase auftreten. Dadurch kann es zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen kommen, die schlimmstenfalls Menschenleben kosten. 

6. Notstromaggregat

Notstromaggregate sind im Bereich der öffentlichen Infrastruktur gang und gäbe, damit wichtige Einrichtungen wie Krankhäuser, Wasserbetriebe oder Rechenzentren auch während eines länger andauernden Stromausfalls funktionieren. Mit Benzin oder Diesel betriebene Generatoren erzeugen den Strom und sorgen für eine autarke Energieversorgung.

Auch Besitzer eines Einfamilienhauses können über die Anschaffung eines solchen Gerätes nachdenken, um bei einem Ausfall der Stromversorgung wichtige Hausfunktionen aufrecht erhalten zu können. Das gilt nicht nur für das Licht, wertvoll ist ein Notstromaggregat vor allem für die Sicherung der Wärmeversorgung. Denn auch eine Gastherme oder ein Ölbrennwertkessel benötigen für den Betrieb Strom – eine Wärmepumpe allemal. 

Vom gewünschten Verwendungszweck hängt die Leistung des Generators ab. Wer seinen Stromverbrauch auf das Allernötigste reduziert, kommt mit einem kleineren Gerät von 3.000 bis 5.000 Watt aus. Wer hingegen mehrere Haushaltsgeräte gleichzeitig nutzen möchte oder gar eine Wärmepumpe versorgen muss, braucht ein mittelgroßes Aggregat mit einer Maximalleistung von 8.000 bis 12.000 Watt. Diese kosten allerdings auch deutlich mehr. Alternativ können sich Hausbesitzer die Geräte auch ausleihen. Doch die dürften bei einem Blackout Mangelware sein.

Achtung: Die notwendigen Anschlüsse (z.B. Notstrom-Umschalter, Einspeisungsstecker) zur Verbindung eines Notstromaggregats mit dem Hausnetz dürfen nur von Elektrofachkräften durchgeführt werden. Unter Umständen braucht es auch eine Genehmigung des Stromnetzbetreibers. Außerdem dürfen die Generatoren nur im Freien betrieben werden. 

Was sind die Ursachen für Stromausfälle?

1. Technische Defekte

Stromausfälle können verschiedene Ursachen haben. Meist sind technische Defekte dafür verantwortlich. So kommt es aufgrund kaputter Schalter oder Relais, defekter Muffen oder verschlissener Isolierungen immer wieder zu Kurzschlüssen im Mittel- oder Niederspannungsnetz – und damit verbundenen Notabschaltungen. Auch Brände in Trafostationen oder Umspannwerken sorgen für Unterbrechungen.

2. Widrige Wetterbedingungen

Insbesondere Freileitungen sind anfällig für widrige Wetterbedingungen. So können Stürme Bäume zu Fall bringen, die in Stromleitungen krachen, oder die Strommasten selbst knicken um. Auch Frost, Schnee und Eisregen stellen eine große Gefahr für Überlandleitungen dar. Durch das zusätzliche Gewicht können die Kabel reißen oder so stark durchhängen, dass die Hochspannungsleitungen abgeschaltet werden müssen. Überschwemmungen können die Strominfrastruktur ebenfalls schwer beschädigen. Und auch Blitzeinschläge in Trafostationen sind mitunter Ursache für Stromausfälle.

3. Menschliches Versagen

Manchmal sind Stromausfälle auch auf menschliches Versagen zurückzuführen. Mitunter passieren dem Personal der Netzbetreiber bei Wartungsarbeiten Fehler. Oder es sind externe Firmen, die bei Bauarbeiten Erdkabel oder Hochleitungen beschädigen. 

4. Sabotage und Vandalismus

Es gibt – auch das ist leider Realität in Deutschland – regelmäßige Angriffe auf die Netzinfrastruktur. In und um Berlin wurden in den vergangenen Jahren mehrere besonders schwere Anschläge auf das Stromnetz verübt, die von den Ermittlungsbehörden gar als linksterroristische Aktionen gewertet werden. Weniger Schlagzeilen verursachen die Angriffe auf Trafostationen, die bundesweit regelmäßig vorkommen. Manchmal nur aus purer Zerstörungswut, mitunter haben es die Täter auch auf die Technik oder die Kabel abgesehen. 

Chronik: Große Stromausfälle in Deutschland

Januar 1979: Der sogenannte Eiswinter mit Temperaturen von minus 20 Grad legt die Braunkohlegewinnung in der DDR lahm. Braunkohle ist der wichtigste Energieträger des Landes – und so fällt in der Folge etwa die Hälfte der Stromproduktion aus. Um das Stromnetz zu stabilisieren, werden am Neujahrstag die damaligen Bezirken Suhl, Erfurt und Gera – das heutige Gebiet Thüringens – absichtlich vom Netz genommen. Der Blackout betrifft Millionen Menschen und dauert 24 Stunden, in manchen Regionen Thüringens gar noch etwas länger. Neben diesem gezielten Blackout kommt es in diesem Eiswinter in der DDR und der BRD zu etlichen Stromausfällen. Betroffen ist vor allem der Norden – Schleswig-Holstein oder Rügen.

November 2005: Unter der Last von nassem Schnee und Eis knicken im Münsterland mehr als 80 Strommasten ein. Rund 250.000 Menschen sind von dem großflächigen Blackout betroffen, manche von ihnen müssen fünf Tage warten, ehe sie wieder Strom haben. Es ist der bis heute größte Blackout in der Geschichte der Bundesrepublik. 

November 2006: Für die Fahrt eines Kreuzfahrtschiffes aus der Werft in Papenburg in die Nordsee wird aus Sicherheitsgründen eine Starkstromleitung über die Ems planmäßig abgeschaltet. Dabei kommt es zu einer Panne, die eine Kettenreaktion auslöst. Europaweit sind fast 10 Millionen Menschen ohne Strom, teilweise bis zu 120 Minuten. Auch in Deutschland sind rund eine Million Menschen betroffen. 

Januar 2007: Orkan „Kyrill“ sorgt in den Gebieten mehrerer deutscher Stromnetzbetreiber für massive Beschädigungen. In der Folge kommt es zu mehreren regionalen Stromausfällen. Zeitweise sind annähernd eine Million Menschen betroffen. Mancherorts dauert die Unterbrechung nur wenige Stunden, in einigen Teilen Ostdeutschlands vergehen zwei Tage, ehe die Stromversorgung wiederhergestellt ist.

Februar 2019: Bei Brückenarbeiten durchtrennt ein Bagger zwei parallel verlaufende 110-Kilo-Volt-Leitungen im Berliner Stadtteil Köpenick. Rund 30.000 Haushalte mit circa 70.000 Menschen und mehr als 2000 Gewerbetreibende sind für 31 Stunden ohne Strom.

Juli 2021: Das Juli-Hochwasser im Westen Deutschlands erreicht auch viele Umspannwerke, die sicherheitshalber abgeschaltet werden. Gut 200.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind daraufhin ohne Strom. Einige zehntausend Haushalte müssen zwei Tage ausharren, ehe sie wieder am Netz sind.

September 2021: Ein metallbeschichteter Ballon verursacht in einem Dresdner Umspannwerk einen Kurzschluss, der zu einem flächendeckenden Stromausfall führt. Rund 300.000 Haushalte in und um Dresden sind betroffen. Der Ausfall dauert allerdings nur kurz, nach einer Stunde sind fast alle betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt.

September 2025: Ein Brandschlag auf zwei Hochspannungsmasten im Berliner Stadtteil Johannisthal schneidet zeitweise rund 50.000 Haushalte von der Stromversorgung ab. Für die Mehrheit der Betroffenen kann der Netzbetreiber die Stromversorgung innerhalb eines Tages wiederherstellen, es dauert aber 60 Stunden, ehe auch die letzten Kunden wieder versorgt sind.

Januar 2026: Ein linksextremistischer Brandanschlag auf eine Kabelbrücke in Berlin schneidet 45.000 Haushalte im Südwesten der Hauptstadt von der Stromversorgung ab. Die Reparatur des Schadens zieht sich hin, 20.000 Haushalte sind erst nach fünf Tagen wieder am Netz. 

Wie sind Stromausfälle versichert?

Grundsätzlich gilt: Nicht der Stromausfall selbst ist versichert, sondern der als Folge eingetretene Sachschaden. Für Verbraucher dürfte es dabei vor allem um frostbedingte Schäden durch Leitungswasser sowie Schäden durch Einbruchdiebstahl gehen, die über eine Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgedeckt sind.

Sollte es aufgrund eines Blackouts in einem Betrieb zu einem Brand- oder Wasserschaden kommen, wäre dieser über die gewerbliche Gebäudeversicherung versichert. 

Für Betreiber von großen Kühlhäusern oder Lebensmittelproduzenten gibt es zudem spezielle Kühlgutversicherungen. Sie ersetzen den Wert der Ware, die wegen eines Ausfalls der Kühlung verdirbt. Auch Apotheken können sich gegen den Verderb von Medikamenten absichern, falls der Kühlschrank infolge einer unterbrochenen Stromversorgung ausfällt.

Grundsätzlich können Industrieunternehmen auch Produktionsausfälle aufgrund eines Stromausfalls abdecken. Dieser Schutz kann Bestandteil einer sogenannten sachschadenfreien Betriebsunterbrechungsversicherung sein.

Sind Stromnetzbetreiber zu Schadensersatz verpflichtet?

Vom Netzbetreiber können Industrieunternehmen, deren Produktion durch einen Stromausfall unterbrochen wird, in der Regel keine Entschädigung erwarten. Er ist nur zum Ersatz von Sachschäden verpflichtet, die er fahrlässig verursacht hat. Das setzt voraus, dass er für den Ausfall verantwortlich gemacht werden kann, weil er beispielsweise die Leitungen nicht gewartet hat. 

Reine Vermögensschäden, also ein durch die Unterbrechung entstandener finanzieller Mehraufwand, sind sogar nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit des Netzbetreibers durch diesen ersatzpflichtig. Bei höherer Gewalt, wenn etwa ein Unwetter die Stromversorgung unterbricht, gibt es generell keine Entschädigung vom Netzbetreiber.