11.02.2019
Beruf & Freizeit

Ski­ver­si­che­rung: Die­sen Schutz brau­chen Sie im Win­ter­ur­laub

Vom schweren Sturz bei der Abfahrt bis zum Diebstahl der Ski: Wenn im Skiurlaub etwas schief geht, sollten Wintersportler diese Versicherungen im Gepäck haben.

1. Die Unfallversicherung: Gut geschützt im Skiurlaub

Die privaten Unfallversicherer melden dem Versicherungsverband GDV im Schnitt 23 Skiunfälle täglich – und zwar das ganze Jahr hindurch. Zählt man die Unfälle hinzu, die nicht über eine private Unfallversicherung abgedeckt sind, sind es über 100 Tag für Tag.


Nicht immer geht ein solcher Unfall auf der Piste glimpflich aus. Nach den Zahlen der privaten Unfallversicherer kommt es besonders häufig zu Muskel- und Bänderrissen, Zerrungen und Verrenkungen, gefolgt von Knochenbrüchen. In über der Hälfte der Fälle sind Arme und Beine betroffen, und trotz der immer weiteren Verbreitung von Helmen kommt es immer noch bei 2,4 Prozent der Skiunfälle zu Kopfverletzungen.


Bei der Schwere der Verletzungen ist der Skisport Spitzenreiter: Rund 7.200 Euro leisten die Unfallversicherungen im Schnitt für einen Skiunfall. Das ist deutlich mehr als in anderen Sportarten, beim Autofahren und sogar beim Fahrradfahren. Nur Motorradfahrer erleiden noch schwerere Verletzungen.


Nach einem Skiunfall kann die private Unfallversicherung helfen. Sie bietet weltweiten Schutz rund um die Uhr und sichert dauerhafte Unfallfolgen finanziell ab. Wer regelmäßig in Skiurlaub fährt, für den eignen sich besonders Versicherungen, die auch für etwaige Rettungs- und Bergungskosten aufkommen. Zusätzlich vereinbarte Assistance- und Reha-Leistungen helfen verletzten Wintersportlern dabei, nach einem Unfall den Alltag zu bewältigen und schnell wieder auf die Beine zu kommen.


Wichtig zu wissen für junge Erwachsene: Für sie besteht über die gesetzliche Rentenversicherung häufig noch kein oder nur ein geringer Versicherungsschutz, sollten sie etwa nach einem Unfall nicht mehr arbeiten können. Auch die gesetzliche Unfallversicherung hilft nach Unfällen mit Ski oder Snowboard nicht weiter: Im Gegensatz zu einer privaten Versicherung zahlt die gesetzliche nur bei Arbeitsunfällen, nicht bei Unfällen in der Freizeit.




2. Die Haftpflichtversicherung: Wer anderen einen Schaden zufügt

Auch auf Skiern gilt der Grundsatz: Wer anderen einen Schaden zufügt, haftet dafür in unbegrenzter Höhe und mit seinem gesamten Vermögen. Skifahrer, die etwa auf einer Piste einen Crash verursachen, müssen dafür vollständig aufkommen - sei es für Sach-, Personen- oder Vermögensschäden. Ist beispielsweise ein Skilehrer von dem Unfall betroffen, der anschließend nicht mehr arbeiten kann, muss der Verursacher auch für dessen Verdienstausfall aufkommen.


Ohne den passenden Versicherungsschutz können nach einem Unglück auf Skiern schnell sehr hohe Kosten entstehen. Im schlimmsten Fall resultieren diese in einem hohen Schuldenberg. Die Haftpflichtversicherung sichert die finanziellen Folgen ab, die auf den Schadenverursacher zukommen können.


Obwohl die Haftpflichtversicherung also ein Muss ist, verzichtet in Deutschland nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes etwa jeder sechste Haushalt auf diese wichtige Police. Das kann auch für den Geschädigten ein Risiko darstellen: Ist der Unfallverursacher nicht versichert und verfügt über keine sonstigen finanziellen Mittel, kann der Geschädigte seine Ansprüche nicht durchsetzen und bleibt auf seinem Schaden sitzen. Vor diesem Risiko schützt eine Forderungsausfall-Deckung, die einige Versicherungen als Bestandteil einer Privat-Haftpflichtversicherung anbieten. Sie übernimmt den Schaden für den Fall, wenn der eigentliche Verursacher keine Haftpflicht hat und selbst zahlungsunfähig ist.


3. Die Auslandskrankenversicherung: Wer übernimmt die Behandlungskosten im Winterurlaub?

Wer seinen Skiurlaub in Österreich, der Schweiz, Frankreich oder anderweitig im Ausland verbringt, sollte unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben. Der Grund: Mit einer Auslandskrankenversicherung müssen Ski-Fans im Notfall die Behandlungskosten nicht selbst bezahlen. Ganz wichtig für alle, die im Ausland unterwegs sind: Die Versicherung übernimmt darüber hinaus auch einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland. Skifahrer sollten hier nicht allein auf die gesetzliche Krankenversicherung setzen.


Welche Versicherungen nach einem schweren Unfall auf Ski die Rettungs- oder Bergungskosten übernehmen, etwa den Hubschrauber-Flug ins Krankenhaus, und was in den Alpenländern gilt, haben wir auf dieser Seite ausführlicher zusammengefasst.


4. Was bringen Skiversicherungen im Paket?

Wintersportler haben vor ihrem Skiurlaub auch die Möglichkeit, wichtige Versicherungen im Paket abzuschließen. Solche Skiversicherungen, in der Regel ein Bündel einzelner Policen, können zum Beispiel folgende Bausteine enthalten:



Die Geräteversicherung leistet etwa nach einem Diebstahl der Ski oder des Snowboards. Häufig erstreckt sich dieser Schutz bei Diebstahl auch auf gemietete Ski. Die Skiversicherung zahlt auch, wenn Ski oder Snowboard beschädigt werden oder gar brechen.